Step Outline

Die Step Outline ist die Synopsis einer Geschichte – Szene für Szene.

Man muss es sich wie ein textliches Storyboard des Gesamtwerks vorstellen: Die Step Outline bildet die gesamte Handlung in der angelegten Erzählstruktur ab – und bildet so die Zusammenfassung bzw. Kurzversion der Geschichte.
Jedes Handlungsereignis wird in Kürze umschrieben. Diese Beschreibungen (möglichst nur ein, max. zwei Sätze) lesen sich dann hintereinandergestellt in der narrativen Reihenfolge (Szenenfolge) als Kurzfassung der Langversion.

Ursache und Wirkung – die Konstruktion

Die Step Outline führt in ihrer Knappheit eines der wesentlichen Prinzipien des Storytellings deutlich vor Augen: Ursache und Wirkung.

Abgesehen von dem Kick-off-Event und dem abschließenden Ereignis erfüllen die meisten Handlungsereignisse folgende Funktionen in der Geschichte:

  • eine Vorbedingung der Ereignisse, die in der Erzählung folgen
  • eine unvermeidliche Folge von Ereignissen, die in der Erzählung vorausgegangen sind

In der Ansicht der Step Outline versteht man relativ schnell, wie die einzelnen Ereignisse miteinander verknüpft sind – und kann eben auch schnell Lücken in der Logik und Konsequenz der Ereignisfolge erkennen. Das ist somit eine wertvolle Funktion, um bereits während des Outlining-Prozesses zu überprüfen, ob alles Hand und Fuß hat und sich flüssig liest. Das ist wichtig, schließlich soll dies später womöglich als Ergänzung zum Exposé an Verleger, Redakteur oder Literaturagent geschickt werden.

Die Step Outline kann daher als Konstruktionsplan des Autors gelesen werden. So kann auch ein Externer ggf. an der Handlung arbeiten, indem er Vorschläge für weitere Ereignisse oder für eine Änderung der Reihenfolge macht.

Zum besseren Verständnis des Unterschieds zwischen Erzählstoff und Erzählweise lies weiter in dem Blog Post zu Geschichte vs. Narration.

Andere Formen der Synopsis: Logline, Exposé, Treatment

Die Logline ist die komprimierteste Beschreibung einer Geschichte – und sollte in einen Satz passen.

Als erste Vorstellung eines Projektes ist die Step Outline etwas zu umfangreich.
Für den ersten Moment – bspw. in einem Gespräch oder in einer E-Mail – sollte der Autor einen Satz parat haben, der die Geschichte so genau und so einfach wie möglich beschreibt.

Die Logline sollte also kurz und knackig das Wesentliche formulieren und die Leute neugierig machen.
Diese zu erstellen und immer wieder zu überarbeiten – solange, bis der Satz sitzt – ist eine gute Übung für den Autor, sein eigenes Werk kennenzulernen und die Essenz herauszuarbeiten.

Das Exposé stellt den Inhalt der Geschichte auf einer bis wenigen Seiten dar. Hier wird kurz der Plot beschrieben und erklärt, wie die Erzählung funktioniert, ggf. gibt es einen Hinweis auf die Erzählweise, doch keine Details einzelner Ereignisse. Ferner sind hier Informationen zum Autor inkl. zuvor erschienener Werke, Kurzbio, Einschätzung der Zielgruppe, Einordnung des Genres etc. aufgeführt.

Das Treatment ist eine ausführliche Beschreibung des Plots (im Bereich der Drehbuchentwicklung), in der jede Hauptfigur vorgestellt wird, jeder Handlungsstrang angeführt sowie die Konstruktion der Geschichte erläutert wird – inkl. Ausgang. Das Ende wird hier genannt, ebenso wie die Beziehungen, Tricks und Kniffe des Storytellings.
Es geht darum, ein Gesamtbild zu vermitteln, das dem professionellen Gegenüber präsentiert wird – meist ist dies ein Entscheider, ein Dramaturg oder Produzent. Das Treatment ist für die Einreichung bei Produktionsfirmen, Sendern oder für Förderungen gedacht.

Die Beemgee Step Outline

Bei Beemgee ist die STEP OUTLINE verbunden mit der BESCHREIBUNG, zeigt also in der Zusammenschau die deskriptiven Texte der einzelnen Ereignisse in der narrativen Reihenfolge.

Die Ereigniskarten im Beemgee Plot-Outlining-Tool (oder – analog – die Karten/Post-its an einer Wand), die jeweils einen kurzen Titel oder die Bezeichnung eines Ereignisses tragen, helfen dem Autor zu verstehen, wie der Plot funktioniert. Die Step Outline mit den Textbeschreibungen liefert die notwendigen Informationen über das jeweilige Ereignis und hilft einer externen Person, das Konstruktionsprinzip zu verstehen.

In unserem PREMIUM-Bereich gibt es außerdem die Möglichkeit, jedes Handlungsereignis in der Detailansicht anzeigen zu lassen, inkl. aller Informationen, die diesem zugeordnet wurden. Außerdem werden hier zentrale, übergeordnete Fragen zur Geschichte als Ganzes gestellt, wie nach dem Thema, dem McGuffin oder dem zentralen Konflikt. Auch die Logline kann hier erarbeitet werden.
Der Gedanke dahinter ist, dass der Autor sich selbst beizeiten überprüft, ob die Handlung und die Verknüpfungen innerhalb der Geschichte stimmig sind. Die Erfahrung zeigt, dass sich Autoren damit häufig schwertun bzw. spätestens beim Schreiben des Exposés Schwierigkeiten haben, das Geschriebene komprimiert dar- und damit vorzustellen.

Das Erstellen von Logline, Exposé und Step Outline (Treatment) ist daher ein gutes Mittel, die eigene Geschichte auf Schwachstellen zu untersuchen bzw. zu filtern, ob man wirklich die Geschichte geschrieben hat, die man beabsichtigt hatte.

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