Willkommen im Beemgee-Blog

In diesem Blog geht es um Storytelling. Wir wollen einen Einblick in die Stoffentwicklung geben und ein Verständnis für Zusammenhänge der Komponenten in einer Geschichte vermitteln. Wir wollen das Bewusstsein schärfen dafür, wie Autoren Geschichten komponieren.  (mehr …)

Beim Publikum Gefühle erzeugen! Nehmen Sie sie mit auf eine emotionale Reise.

The audience' emotional journey

Nichts sollte für AutorInnen wichtiger sein als die Gefühle, die ihre Geschichten beim Publikum hervorrufen.

Achten Sie also sorgfältig auf die emotionale Reise der lesenden oder zuschauenden Personen, während sie sich durch Ihre Erzählung bewegen.

Das Publikum erlebt eine Abfolge von Emotionen, während es in eine Erzählung vertieft wird. Die Erzählstruktur ist also ein wichtiger Aspekt des Geschichtenerzählens. Die Geschichte sollte das Publikum während jeder Szene emotional berühren. Nicht nur das – jede neue Szene sollte ein neues Gefühl hervorrufen, um frisch und überraschend zu bleiben.

Die Aufgabe der Autorin oder des Autors ist es, beim Publikum so schnell wie möglich Einfühlungsvermögen für die Figuren zu wecken, so dass eine emotionale Reaktion auf die Situationen, in denen sich die Figuren befinden, stattfinden kann. Nur dies kann zu körperlichen Reaktionen wie beschleunigtem Herzschlag beim Publikum führen, wenn die Geschichte spannend wird. Mit anderen Worten, was den Figuren passiert, darf dem Publikum nicht egal sein.

Dieses „Einfangen“ des Publikums, das den Leser oder Zuschauer in Verzückung und Faszination versetzt, erfordert von den Autorinnen und Autoren, Ereignisse zu gestalten, die zeigen, wer die Figuren sind und wie sie auf die Probleme reagieren, denen sie sich stellen müssen. Es ist wahrscheinlicher, dass das Publikum mit den Figuren im Verlauf der Handlung mitfühlt, wenn die Reaktionen der Figuren auf die Ereignisse, die ihnen widerfahren, etwas darüber verraten, wer sie wirklich sind – und wie sie uns ähnlich sein könnten.

Eine Reise, um sie alle in den Bann zu ziehen

Hier präsentieren wir ein loses Gefüge, das unserer Meinung nach wahrscheinlich für jede Art von Geschichte passt, unabhängig von Genre oder Medium, wie „literarisch“ oder „kommerziell“ auch immer. Es ist keine feste Abfolge, sondern eher eine grobe Checkliste der Etappen auf der emotionalen Reise, die das Publikum stillschweigend erwartet, wenn es sich auf eine Geschichte einlässt. Die Emotionen sind mehr oder weniger in der Reihenfolge angeordnet, in der sie durch eine Erzählung hervorgerufen werden könnten.  (mehr …)

5 JAHRE BEEMGEE: EIN DUTZEND NEUE FUNKTIONEN!

ZUR FEIER DES 5-JÄHRIGEN BESTEHENS VON BEEMGEE BIETEN WIR EIN DUTZEND NEUE FUNKTIONEN!

Im Sommer 2015 machten sich drei junge Männer in einem heruntergekommenen Stadtteil Berlins auf den Weg zum Notar.

Sie waren gerade dabei, die Firma Beemgee GmbH zu gründen. Ein Produkt gab es noch nicht, aber eine gemeinsame Überzeugung und Vision teilten sie: Schriftsteller und Geschichtenerzähler überall dabei zu unterstützen, ihre Geschichten zu konzipieren, zu entwickeln und zu skizzieren.

Heute sind wir stolz darauf, fünf Jahre Beemgee mit einer ganzen Reihe von neuen Funktionen zu feiern. Premium-Benutzer haben jetzt Zugang zu einem Dutzend neuer Attribute in den Bereichen PLOT und PITCH des Beemgee-Story-Entwicklungs-Tools.

> > NEUE PLOT-FUNKTIONEN

Wie auch immer Sie arbeiten, was auch immer Ihr bevorzugtes Verfahren ist, Sie können es in Beemgee anwenden.

Die zusätzlichen Plot-Attribute jetzt live sind:

  • Dramaturgie
  • Die Heldenreise (neu)
  • Die Heldenreise (klassisch)
  • Plot Beats
  • Story-Anatomie
  • Reise des Publikums

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Warum die ganze Geschichte?

Vor fünf Jahren trafen sich drei Leute bei einem Notar in einem ziemlich heruntergekommenen Teil Berlins.

Sie hatten beschlossen, eine Firma zu gründen, und gaben an diesem Tag die offizielle Gründungserklärung ab – obwohl sie keinen Geldgeber und kein Produkt hatten. Warum?

Die Umstände jedes der drei Männer waren recht unterschiedlich. Der eine war angestellt, der andere führte bereits sein eigenes Unternehmen, der dritte hatte gerade seinen Job verlassen. Zwei waren Techniker, einer war der Inhaltliche, der mit der Idee.

Rückblickend hatten sie den Wunsch nach einem Zielbewusstsein gemeinsam. Jeder von ihnen wollte, dass ihr Arbeitsleben einer Vision folgte und nicht einer Schleife.

Denn, seien wir ehrlich, die meiste Arbeit wiederholt sich. Man macht letztendlich immer wieder die gleichen Abläufe durch, was auch immer sie sind.

Aber wenn man sein eigenes Unternehmen gründet, strebt man nach etwas. Man verfolgt eine Vision. Man setzt sich selbst Ziele, Meilensteine. Man hat eine Vorstellung eines Idealzustands, den man gerne erreichen möchte. Und wahrscheinlich keine Ahnung, worauf man sich einlässt.  (mehr …)

Wie schreibt man einen effektiven Verkaufstext?

Back of a book

Der Klappentext ist ein Verkaufstext auf der Klappe des Schutzumschlags eines gebundenen Buchs.

Ein U4-Text ist der kurze Text auf der Rückseite eines Taschenbuchs, der Sie zum Kauf des Buchs bewegen soll. In der Verlagsbranche gilt die Weisheit, dass die Gestaltung des Covers Buchkäufer dazu veranlasst, ein bestimmtes Buch vom Tisch in die Hand zu nehmen, woraufhin die meisten Leute es umdrehen, um zu lesen, was auf der Rückseite steht. Dieser kurze Text muss dann so viel Interesse an dem Inhalt wecken, dass der Kaufimpuls ausgelöst wird. Viele Kunden schauen vielleicht noch in das Buch, bevor sie tatsächlich zur Kasse gehen.

Der U4-Text wird auch verwendet, um in Printmagazinen und Online-Shopping-Plattformen für das Buch zu werben. Auch hier bestimmt wahrscheinlich die Umschlaggestaltung, ob der Verkaufstext gelesen wird, aber in den meisten Fällen ist ein Kauf unwahrscheinlich, wenn der Verkaufstext seine Aufgabe, den Interessenten davon zu überzeugen, dass dies das richtige Buch für ihn ist, nicht erfüllt hat.

Auch für Filme gibt es Verkaufstexte, die meist in Kombination mit dem Filmplakat oder einem Filmstill eingesetzt werden.

So ein Text ist also ein Marketing- bzw. Werbetext. Ein Werbetext ist keine Zusammenfassung der Geschichte! Er ist nicht wirklich dazu gedacht, Informationen zu vermitteln, sondern Interesse zu wecken. Die Aufgabe des Klappen- bzw. U4-Textes besteht also eigentlich darin, gerade genug Informationen zu geben, damit das Vorenthalten von weiteren Informationen wirksam ist. Um Neugierde zu wecken, muss man nicht ganz so viel sagen, wie der Empfänger wissen will.  (mehr …)

Die frühere Heldenreise

The Hero's Journey Book

Joseph Campbells Der Heros in tausend Gestalten.

Joseph Campbells Studie über weltweite Mythen, The Hero With A Thousand Faces (Der Heros in tausend Gestalten, 1949), hat einen großen Einfluss auf das kommerzielle Geschichtenerzählen gewonnen. Campbell war nicht der erste, der sich mit dem Thema des Helden und mythologischen oder archetypischen Geschichten befasste, aber seine Arbeit verdichtete das, was andere, darunter Carl Jung, vorgeschlagen hatten, zu einer Theorie speziell über das Geschichtenerzählen.

George Lucas las The Hero With A Thousand Faces als junger Mann, und wir können davon ausgehen, dass Francis Ford Coppola und Steven Spielberg ebenfalls mit dem Buch vertraut waren. Der Einfluss von Campbells Ideen auf einige der erfolgreichsten Filme der 1970er und 80er Jahre und seither ist deutlich erkennbar.

Christopher Vogler studierte Film an derselben Schule wie George Lucas und schrieb anschließend während seiner Tätigkeit bei Disney eine siebenseitige Aufschlüsselung von Campbells Buch. Daraus entwickelte sich mit der Zeit The Writer’s Journey (Die Odyssee des Drehbuchschreibers), das zur Grundlage der populären Vorstellung von der Heldenreise wurde.

Campbell war ein Experte über James Joyce und ein Literaturprofessor mit einem besonderen Interesse an vergleichender Mythologie und vergleichender Religionswissenschaft. Der Heros in tausend Gestalten ist keineswegs ein Ratgeber oder ein Handbuch zum Geschichtenerzählen. Vielmehr stellt es die These auf, dass alle Mythen der Welt Elemente gemeinsam haben, und propagiert die Idee des „Monomythos'“ als grundlegendes Strukturmodell des traditionellen Geschichtenerzählens.  (mehr …)

Die Populäre Heldenreise

Heros Journey how to book

Gibt es ein Rezept für erfolgreiche Geschichten?

Auf der Suche nach einem Erfolgsrezept schrieb der Hollywood Development Executive Christopher Vogler einen siebenseitigen praktischen Leitfaden für Disney zu Joseph Campbells komparativen Analyse der weltweiten Mythen.

George Lucas hatte bereits bei der Entwicklung von Star Wars seine Wertschätzung für Campbell zum Ausdruck gebracht, und die Idee, dass es eine Urform als Mustervorlage gäbe, für Geschichten, die so erfolgreich sind, dass sie über Jahrhunderte und kulturübergreifend Bestand haben, setzte sich in Hollywood schnell durch.  (mehr …)

Plot Beats und Beat Sheets

Beat Sheet how to book

Es gibt zwei Definitionen von „Story Beats“. Beide beziehen sich auf eine Veränderung.

Die eine Verwendung des Begriffs Beat bezieht sich auf die subtile Veränderung der Dynamik einer Beziehung, die eine Dialogzeile in einer Szene bewirkt. In der Regel gibt es innerhalb einer Szene mehrere Beats, von denen jeder eine Wegmarke ist, um die Szene dramatisch voranzubringen.

Die andere Bedeutung des Wortes Beat im Geschichtenerzählen bezieht sich auf Veränderungen in der Handlung, die durch Szenen entstehen. Eine Handlung ist eine Abfolge von kausal miteinander verbundenen Ereignissen, eine narrative Kette von Ursache und Wirkung. Ein Ereignis bewirkt eine Veränderung und bestimmt, was in den nachfolgenden Szenen geschieht. Einige Autoren arrangieren diese Ereignisse während der Planungsphase auf einer Tafel oder einem „Beat Sheet“.  (mehr …)

Geschichten sezieren

22 Steps to Becoming a Master Storyteller

Die wesentlichen Elemente einer Geschichte.

Einer der vielen Experten des Geschichtenerzählens, die in einem Buch versucht haben, die wesentlichen Elemente einer Geschichte zu beschreiben, ist John Truby.

In The Anatomy of Story (2007) identifiziert Truby 22 Schritte in der Erzählung eines jeden Protagonisten, die in vier Aspekte der Geschichte hineinspielen können: Charakter, Handlung, Erzählwelt und moralisches Argument. Dankbarerweise besteht Truby nicht darauf, dass jede Geschichte alle 22 Schritte enthalten und der Vorlage strikt folgen muss. Er hält es jedoch für kritisch, dass die Geschichte sieben Attribute einer Hauptfigur und deren Handlungsstrang aufweist:

  1. Schwäche und Notwendigkeit
  2. Sehnsucht
  3. Gegner
  4. Plan
  5. Schlacht
  6. Selbst-Offenbarung
  7. Neue Ausgewogenheit

Keineswegs vereinfachend, geht es in Trubys Buch mehr um das moralische Element der Geschichte – die ethische Wirkung der Charaktertransformation auf das Publikum – als um Schablonen wie die Drei-Akt-Struktur.


 

Wie Sie eine überzeugende Synopse schreiben, um Ihre Geschichte vorzustellen

Notepad

Eine Synopse ist eine Zusammenfassung Ihrer Geschichte, die von Fachleuten der Branche gelesen werden soll.

Damit unterscheidet sie sich von einem Klappen- oder Verkaufstext, der für die Öffentlichkeit bestimmt ist.

In beiden Fällen möchten Sie wahrscheinlich, dass die Leser*in Ihre Geschichte kauft. Aber die Leser*in des Werbetextes kauft lediglich ein Exemplar des Buchs oder eine Kinokarte. Die Leser*in des Synopse geht ein viel größeres Risiko ein, wenn sie sich entscheidet, in Ihre Geschichte zu investieren.  (mehr …)

Hol das Beste aus Beemgee raus!

Beachte diese Hinweise, um das volle Potential des mächtigen Autorentools zu genießen!

Willkommen im Beemgee Autorentool. Hier erklären wir ein paar wichtige Nutzungsprinzipien des Tools, die dir die Arbeit erleichtern.

Logge dich ein – auf jeder Webseite von www.beemgee.com siehst du oben in der Menuleiste EINLOGGEN. Oder setze gleich ein Bookmark für diese Seite: www.beemgee.com/app/login/.

Öffne dein Projekt über das globale Menu – der Button neben dem Logo oben links. Unter PROJEKTE „Alle Projekte“ kannst du das Projekt auswählen.

Logge dich aus nach jeder Sitzung, und schließe dann das Projektfenster! Ja, dein Projekt wird noch zu sehen sein nachdem du dich ausgeloggt hast. Das liegt daran, dass man auch ohne Registrierung ein Beemgee Projekt öffnen kann. So kannst du nämlich dein Projektlink jemanden schicken. Unten mehr dazu.  (mehr …)

Urheberrecht

Copyright typewriter

Wenn es sich bei einer Geschichte um Ihre ursprüngliche Idee handelt, dann liegt das Urheberrecht daran grundsätzlich bei Ihnen.

Das Urheberrecht ist jedoch eine komplexe Rechtsfrage, die wir weder richtig erklären können noch wollen.

Jedes Land hat seine eigenen Urheberrechtsgesetze. Außerdem gilt das Urheberrecht normalerweise erst dann, wenn es eine ziemlich konkrete Manifestation eines „Werks“ gibt. Es ist einfacher, das Urheberrecht für den Text eines Romans als für die Geschichte, die der Roman darstellt, zu bestimmen. Eine Geschichtsidee oder auch eine ziemlich detaillierte Outline kann unter Umständen nicht für ein rechtmäßiges Copyright in Frage kommen. Wenn Sie aber ein Projekt in Form einer detaillierten Outline haben, die ein Datum trägt, haben Sie zumindest eine Möglichkeit, Ihre Ansprüche auf das geistige Eigentum zu behaupten.  (mehr …)

Zielgruppe: Wer ist das Publikum Ihrer Geschichte?

An eager audience before a theatre showing Macbeth

Vielleicht denken Sie, dass Ihre Geschichte jedem gefallen könnte. Doch die meisten Geschichten sprechen mehr oder weniger spezifische Zielgruppen besonders an.

Das ideale Publikum

Während Sie eine Geschichte schreiben, haben Sie vielleicht einen idealen Leser oder Zuschauer im Sinn. Das könnte Ihre Vorstellung von einer bestimmten realen Person sein, oder einfach nur eine vage Idee von einem Menschentyp. Ihr idealer Leser oder Zuschauer versteht jeden Witz, erkennt jede noch so obskure Anspielung und fühlt sich in jeder Szene genau so, wie er sollte.

Das ideale Publikum ist ein Hirngespinst der Phantasie des Autors. Wenn Sie sich diese Gestalt so detailliert wie möglich vor Ihrem geistigen Auge vorstellen, könnte dies ein guter Ausgangspunkt sein, um herauszufinden, wer Ihr Zielpublikum ist. Ist der ideale Leser ein gestandener Herr, der in einem Sessel sitzt? Oder ein junges Mädchen, das in einem Café chillt?

Wenn Sie Ihr Zielpublikum beim Pitch Fachleuten der Branche nennen, kann es diesen leichter fallen zu beurteilen, ob Ihr Werk etwas ist, in das sie investieren können. Typischerweise sind die Kriterien für Zielgruppen:  (mehr …)

Von 01.07.2020 bis 31.12.2020 sinkt die USt. von 19% auf 16%.

Die Bundesregierung hat eine vorübergehende Senkung der Umsatzsteuer beschlossen – ein Versuch, die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise abzufedern. Das entsprechende Gesetz tritt am 29.06.2020 in Kraft, der neue Steuersatz zwei Tage später.

Mehrwertsteuer

Leider verursacht diese Entscheidung bei uns als kleines non-corporate Unternehmen so viele Aufwände, dass wir uns nicht in der Lage sehen, einen Kostenvorteil an unsere Kunden weiterzugeben, so gerne wir das täten.

Das bedeutet für Sie als bestehender Beemgee Kunde:
Sofern sich Ihr Buchungszeitraum zwischen 01.07. und 31.12. wiederholt, zahlen Sie für die erneute Freischaltung der Premium-Funktionen für den gesamten verlängerten Leistungszeitraum (also auch über den 31.12. hinaus) den unveränderten Bruttopreis Ihrer gebuchten Variante, nunmehr mit 16% USt.

Premium-Buchungen oder Upgrade
Das gilt auch für Neubuchungen und Upgrades:
Buchen Sie Ihr Premium-Account im angegebenen Zeitraum neu oder aus dem Ihrem Free-Account heraus, erhalten Sie eine Rechnung mit 16% USt. Mehr zum Pricing finden Sie hier.

Zusatzprodukte
Auch bei der Buchung unserer Zusatzprodukte wie den StoryCheck oder einem Seminar gilt der neue Steuersatz. Wir hoffen, Sie werden von unseren Services inspiriert.

Sie haben Fragen dazu? Gerne sind wir auch für persönliche Rückfragen für Sie da! Schreiben Sie an service (at) Beemgee.com.

Bild von Michal Jarmoluk auf Pixabay 

 

Dramaturgie – Das Handwerk der Erzählkomposition

an empty stage room, the setting for dramaturgy

Dramaturgie ist „das Handwerk oder die Techniken der dramatischen Komposition“.

Mit anderen Worten, alles, was mit der Geschichte zu tun hat – außer den Worten, mit denen sie erzählt wird. Wenn Ihre Geschichte von zwei Personen in einem Raum handelt, bestimmt die Dramaturgie, wer diese Personen sind und was in dem Raum geschieht. Im Hinblick auf den Erzählprozess bezieht sich der Begriff Dramaturgie eher auf die Planungs- oder Entwurfsphase als auf die Ausführung oder das Schreiben.

Die Dramaturgie hat eine Terminologie hervorgebracht, die von Dramaturgen, Drehbuchautoren und -Beratern, Redakteuren und Verlegern, Produzenten und Filmemachern sowie Autoren verwendet wird. Einige Begriffe scheinen vertrauter zu sein als andere, und oft sind ihre Definitionen nicht ganz eindeutig.

Eine Liste dramaturgischer Begriffe stellt keine Checkliste der in einer Geschichte erforderlichen Szenentypen dar. Es könnte allerdings hilfreich sein, wenn Sie Ihre Szenen mit einigen dieser Begriffe kennzeichnen:  (mehr …)

Beziehungen zwischen den Figuren, Teil 3: Partnerschaft

Geschichten zeigen Figuren, wie diese aufeinander treffen und was sich daraus entwickelt.

Two butterflies mate

Geschichten gewinnen an Fahrt, wenn es mehr als eine Figur gibt. Das liegt daran, dass es oft nicht die Figuren an sich sind, die das Publikum interessieren: Was das Publikum fesselt, sind Beziehungen.

Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen nur drei Möglichkeiten, wie Menschen (oder Figuren innerhalb einer Geschichte) miteinander in Beziehung treten können:

  1. sie kooperieren
  2. sie stellen sich gegeneinander
  3. sie kommen als Paar zusammen

Autor*innen beleuchten die Komplexität hinter diesen scheinbar einfachen Beziehungsformen.

Zwei der drei Arten von Beziehungen werden in wohl jeder Geschichte dargestellt, nämlich Kooperation und Konflikt. Damit die Geschichte emotional ganzheitlich wirkt, wird bei populären Geschichten à la Hollywood gern noch ein Liebesverhältnis hinzugefügt. Das entspricht, glauben wohl die Produzent*innen, unserer Erwartungshaltung bei dieser Kategorie von Geschichten.  (mehr …)

Beziehungen zwischen den Figuren, Teil 2: Gegenspieler*innen

Drei Arten der Gegnerschaft und zwei Gemeinsamkeiten, die alle Gegenspieler haben.

Opponents come in all sorts of shapes and sizes

Erst wenn es in einer Geschichte Gegenspieler gibt, gibt es auch Konflikte. Das müssen nicht zwingend antagonistische Konflikte sein.

Jede Figur in einer Geschichte kann (einen) Gegner haben, nicht nur die Protagonist*in. Zwar steht der Kampf zwischen Protagonist und Antagonist/Antagonismus im Vordergrund der Geschichte, in Wirklichkeit aber gibt es ein ganzes System gegeneinander wirkender Kräfte.

Wie können wir Gegnerschaften differenzieren und typisieren?

  • Gegnerschaft kann aus dem Streben nach dem selben oder nach einem entgegengesetzten Ziel entstehen.
  • Gegnerschaft kann antagonistisch oder unbeabsichtigt sein.
  • Es gibt Gegner von außerhalb und Gegner aus dem inneren Bereich.

(mehr …)

Beziehungen zwischen den Figuren, Teil 1: Verbündete

Warum Helden selten allein sind.

allies work and play together

Verbündete verkörpern das Prinzip der Kooperation.

Menschliche Beziehungen sind vielfältig und komplex – und sie erscheinen uns zutiefst individuell. Dennoch gibt es nur drei verschiedene Arten, wie Menschen sich aktiv zueinander verhalten.

Wirklich nur drei? Mit etwas Abstand betrachtet lassen sich tatsächlich all unsere Interaktionen drei Kategorien zuordnen. Dies gilt übrigens (für Biologen eine Binsenweisheit) für jede Spezies, die in Gruppen lebt. Ob Affe oder Mensch, alles fällt unter diese Alternativen:

  • Individuen kooperieren miteinander
  • Individuen konkurrieren miteinander
  • Individuen bilden Paare

Evolutionsbiologen beschreiben ein Spektrum von Einzel- bis Gruppenselektion. Einige Tiere versuchen typischerweise, ihren individuellen Gewinn zu maximieren, was sich in Verhaltensweisen wie dem Nehmen des größten Anteils an Nahrung oder dem Besetzen des besten Platzes für den Nachwuchs zeigt, ohne Rücksicht auf andere Tiere in der Gruppe. Auf der anderen Seite haben einige Spezies soziale Organisationsstrukturen entwickelt, in denen die Individuen ausschließlich zum Nutzen der Gruppe und nicht zum individuellen Gewinn handeln. Denken Sie an Ameisen, Bienen oder Termiten.

Interessanterweise sitzt der Homo sapiens auf diesem Spektrum zwischen Profitmaximierung und Altruismus ziemlich genau in der Mitte. Der Mensch ist genetisch auf Egoismus programmiert, sucht das, was als das Beste für sich und seine unmittelbare Familie empfunden wird, und hat gleichzeitig einen starken und angeborenen instinktiven und natürlichen Drang zu Kooperation und Sozialverhalten – was letztlich auch unsere Überlebenschancen erhöht.

Kooperation, Nachbarschaftlichkeit, karitatives Verhalten, Taten der Nächstenliebe – selbst wenn sie uns etwas kosten, fühlen wir uns dadurch im Allgemeinen besser und das Leben im Stamm, Clan oder in der Gemeinschaft wird so viel einfacher. Allerdings kümmern wir uns gerne um unser eigenes Wohl. Wir geben nicht einfach unseren Verdienst, unser Zuhause, unseren Lebensstil auf. Unsere eigenen Bedürfnisse und die unserer Familien stehen an erster Stelle. Wer ist sich dieses Zwiespalts nicht bewusst?

Der Sog zwischen Egoismus und Altruismus ist vielleicht eine der Besonderheiten des Menschen als Spezies, die uns dazu gebracht hat, abstrakte Denkprozesse sowie komplexe gesellschaftliche und kulturelle Gebilde zu entwickeln. Sie beleuchtet auch Grundprinzipien des Geschichtenerzählens wie den Konflikt(mehr …)

Die Bedeutung der Herkunft einer Figur

Woher eine Figur stammt, kann ihre Werte bestimmen.

a person far away

Es ist nicht immer notwendig, zu erklären, woher eine Figur kommt. Das Wissen um ihre Herkunft hilft dem Publikum vielleicht nicht, einen Charakter zu verstehen.

Aber für einige Geschichten kann die Herkunft entscheidend sein.

Nehmen wir als Beispiel eine Kontrastgeschichte wie In der Hitze der Nacht (In The Heat Of The Night, Film aus 1967 basierend auf dem gleichnamigen Roman). Polizeichef Bill Gillespie lebt im tiefen Süden der USA und ist ein engstirniger Rassist. Seine Werte sind im Sinne dieser Geschichte auch sein inneres Problem. Dass er ein Rassist ist, überrascht das Publikum überhaupt nicht. Es ist angesichts seiner Herkunft völlig glaubwürdig. Er kommt aus einer Gegend, in der zumindest zu der Zeit eine solche Bigotterie weit verbreitet war. Als der afroamerikanische Detektiv Virgil Tibbs auftaucht, ist ihr Konflikt völlig plausibel.

Worauf wir hier hinaus wollen, ist, dass die Werte einer Figur dem Publikum glaubhaft gemacht werden müssen, was durch eine explizite Darstellung der Herkunft der Figur erreicht werden kann. In vielen Geschichten muss die Herkunft eines Charakters dazu passen, wie dieser Charakter ist. Ihre Herkunft erzeugt die Werte der Figur.

Setting, Herkunft und Erzählwelt

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Storytelling und Persona-Entwicklung – der SOCIUS-Labor-Bericht

Am 15. August 2019 fand ein weiteres SOCIUS labor statt, diesmal mit Beemgee.

Wir waren neugierig auf das Experiment: Würde sich Beemgee auch dafür eignen, Organisationsgeschichten zu erzählen? Könnte das Tool hilfreich sein bei der Entwicklung von Persona für die Arbeit in Organisationen? Kann Entwicklung wie ein Narrativ dargestellt werden? Kann die Analyse der Persona und des Narrativs vielleicht sogar helfen, die Richtung, in der die Organisation sich entwickeln will deutlicher zu skizzieren?

Einige dieser und weiteren Fragen haben wir beantworten können. Lies hier den Bericht.

Socius labor Foto 1 (mehr …)

Beemgee bei der Frankfurter Buchmesse 2019

Es ist wieder so weit! #FBM19, und Beemgee ist natürlich dabei.

EVENTS MIT BEEMGEE AUF DER FRANKFURTER BUCHMESSE 2019

Stakeholder Analyse für Verlage mit den Mitteln der Dramaturgie
Mittwoch 16.10.2019 um 14:00 in Halle 3.1, Stand H33

Im kostenlosen Fortbildungsworkshop werden Urprinzipien des Storytellings auf die Situation eines kleinen bis mittleren Publikumsverlag angewandt, um herauszufinden, wie dieser seine eigene Geschichte erfolgreich bestimmen kann – trotz der vielen Stakeholder und ihrer teilweise entgegengesetzten Interessen. Welche Ziele verfolgen Autor*innen in der Zusammenarbeit mit Verlagen? Was wollen Rezensent*innen, Buchhändler*innen und Agent*innen? Und wie tickt überhaupt die Community? Teilnehmer schreiben mithilfe des Storytelling-Tools Beemgee.com die Story ihres Verlags, analysieren bestehende Strukturen und entwickeln ein neues Bewusstsein für das eigene verlegerische Narrativ. Das Ergebnis schafft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Unternehmenskommunikation und organisatorische Unternehmensentwicklung. Beemgee, FiDiPub, Kreatives Sachsen und die Wirtschaftsförderung Sachsen, freuen uns auf neu erzählte Verlagsgeschichten!

Melden Sie sich jetzt an unter: hofmann@infai.org

Erfahren Sie mehr dazu hier.

Schreiben im digitalen Zeitalter – Chancen und Herausforderungen für Autorinnen und Autoren
Freitag 18.10.2019 um 14:00 im Raum Dimension, Ebene 4.2  (mehr …)

AutorIn werden bei den Carlsen Imprints Impress und Dark Diamonds!

Du schreibst gefühlvolle Liebesgeschichten oder mitreißende Fantasyromane? Du möchtest Dich kreativ weiterentwickeln und eine professionelle LektorIn an Deiner Seite haben? Dann bist Du bei Impress und Dark Diamonds, den Imprints des Carlsen Verlags, genau richtig!

Ob dramatische Coming-of-Age Romantik, elektrisierende Dystopien, romantische High Fantasy oder fantastische Urban Romance, als Lektoratsteam von Impress und Dark Diamonds stecken wir echtes Herzblut in unser Programm.

Impress legt den Schwerpunkt auf gefühlvolle Geschichten für Jugendliche und junge Erwachsene mit meist weiblichen, menschlichen – oder nicht-menschlichen – HeldInnen ab 16 Jahren. Hier veröffentlichen wir Young Adult und New Adult Romance sowie All-Age-Fantasy.

Mit dem Genrebereich der New Adult Fantasy tritt das Verlagsprogramm von Dark Diamonds aus der Jugendliteratur heraus und publiziert Romane mit menschlichen oder übernatürlichen ProtagonistInnen ab 19 Jahren.

Daher suchen wir AutorInnen, die ihre LeserInnen in fremde Welten entführen, ein Händchen dafür haben, besondere Figuren zum Leben zu erwecken und Herzen höher schlagen zu lassen.  (mehr …)

Bauchgefühl oder Kriterienkatalog?

Wie entscheidet ein Verlag, welches Manuskript verlegt wird?

Nicole Boske ist Programmleiterin bei Impress und Dark Diamonds, den Imprints des Carlsen Verlags

Schon als Kind nutzte ich jede Gelegenheit, die Magie hinter dem gedruckten Wort aufzuspüren und noch vor meinem Germanistikstudium stand mein Traumberuf für mich fest. Ich wollte immer nur eines: großartigen Romanen dabei helfen, ein Zuhause im Herzen der Leser und Leserinnen zu finden.

Im Sommer 2014 wurde mein Wunsch dann Wirklichkeit. Ich startete unter dem strahlend grauen Himmel Hamburgs als Lektorin bei den Imprints des Carlsen Verlags Impress und Dark Diamonds. In Funktion der Programmleitung, die ich im Dezember 2018 übernommen habe, gehört auch die Planung des Verlagsprogramms und damit die finale Entscheidung, welcher Roman verlegt wird, zu meinen Aufgaben. Eine Freude ebenso wie eine Herausforderung. Schließlich können wir nicht jedes eingereichte Manuskript veröffentlichen, auch wenn in jedem enorm viel Herzblut einer Autorin oder eines Autors steckt.

Aber wie genau funktioniert das „Programm machen“ eigentlich?

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Dramaturgische Persona-Entwicklung im Labor.

Dramaturgie als Mittel, um Menschen in Organisationen zu verstehen.

Am 15. August 2019, 14:00 – 18:00 im SOCIUS Labor Berlin entwickeln wir Personas.

Wir erarbeiten gemeinsam und unterstützt durch unsere Storytelling-Software einen Case, in dem wir die komplexen zwischenmenschlichen Prozesse in einer Organisation mit den Mitteln der Dramaturgie analysieren und verstehen lernen.

In diesem Labor einigen wir uns zunächst auf einen Case aus dem Kreis der Teilnehmer, den wir als Beispiel für einen experimentellen Ansatz nutzen: mit dramaturgischen Mitteln eine Organisation verstehen, um Prozesse zu entwickeln, die die internen und externen Motivationen der Stakeholder bzw. Akteure einbeziehen.(mehr …)

Beemgee Workshops bei der LoveLetter Academy

Figurenentwicklung und Plotten.

Am 30. und 31. Mai 2019 findet die 2. LoveLetter Academy im Café Moskau in Berlin statt.

30.05. um 11.00 Uhr: Lerne, wie du schillernde Charaktere schaffst, die deinen Plot antreiben.

Protagonist, Antagonismus, und ein Figurenensemble voller lebhafter und kontrastierender Charaktere sind die wichtigsten Zutaten jeder Geschichte. In diesem intensiven Workshop lernst du, Figuren zu schaffen, die deine Leser*innen in den Bann ziehen. Ferner erfährst du den Unterschied zwischen Geschichte und Erzählung, was die vier Elemente sind, die alle Stories teilen, und woraus genau die Prämisse einer Story besteht – drei Attribute als Voraussetzung für eine Geschichte. Wir machen Übungen in der Gruppe zur Prämisse und zur Figuren-Motivation. Die wichtigsten Inhalte des Workshops:  (mehr …)

Die vier Aufgaben des Lektorats

Im Englischen unterscheidet man generell zwischen Auftragslektorat (Commissioning Editors), Entwicklungslektorat (Developmental Editors) und Textlektorat (Line Editors).

Obwohl diese Begriffe im deutschen Verlagswesen nicht üblich sind, sind die Aufgaben eine*r Lektor*in natürlich die gleichen. Für die vierte wesentliche Aufgabe gibt es auch im Englischen keinen eindeutigen Namen.

Editing

Foto von Patrick Tomasso auf Unsplash

Schauen wir uns diese Aufgaben einmal an, um ihre Unterschiede aufzuzeigen.

1) Werke beauftragen

Ein Beispiel

Einige Verlage produzieren Serien oder Reihen. Was ist der unterschied zwischen einer Reihe und einer Serie? Typischerweise drehen sich beide um ein mehr oder weniger festes Figurenensemble und spielen im selben Universum (Story World). Einzelne Folgen einer Reihe enden tendenziell damit, dass eine mehr oder weniger gleiche Ausgangssituation wiederhergestellt ist, damit die nächste Episode wieder von neuem beginnen kann.

Manchmal dauern Reihen jahrelang an, wie Perry Rhodan, Buck Rogers, Zorro, James Bond, und viele Kinderserien wie Das magische Baumhaus.

In Serien kann es dagegen vorkommen, dass sich Figuren entwickeln und verändern, wie bei Harry Potter oder Krieg der Sterne. Die Geschichte baut pro Episode einen längeren Spannungsbogen auf. Einzelne Folgen enden vielleicht mit Cliffhanger.

Serien wie Reihen können von mehreren Autor*innen verfasst sein. Es gibt vielleicht nicht einmal die oder den individuellen Schriftsteller*in, die als Autorin der Serie identifiziert werden kann.

Aufgabe des Lektorats ist es also, geeignete Autoren zu finden, um neue Folgen zu schreiben. Für die so beauftragten Autoren gibt es oft strenge inhaltliche wie sprachliche Richtlinien, an die sie sich halten müssen. Manchmal werden sie „Bibeln“ genannt.

Ein anderes Beispiel  (mehr …)

Protagonist

Of all the characters in your story, who should be protagonist?

Die Protagonist*in ist Hauptfigur oder Held*in einer Geschichte.

Foto: Jack Moreh bei Freerange

Doch „Held“ ist ein Wort mit abenteuerlichen Konnotationen, also bleiben wir bei dem Begriff Protagonist und bezeichnen damit die Hauptfigur, um die herum die Geschichte aufgebaut ist. Doch nicht immer ist es klar, welche Figur Protagonist ist.

In Ensemblestücken mit mehreren Hauptfiguren jeder von ihnen die Protagonist*in der eigenen Geschichte, oder besser gesagt der Storyline.

Im Allgemeinen ist die Protagonist*in die Figur, die die Leser oder das Publikum für den größten Teil der Erzählung begleitet. Normalerweise ist diese Figur also diejenige mit der höchsten Bildschirm- oder Seitenzeit. Oft ist die Protagonist*in die Figur, die am Ende der Geschichte die tiefgreifendste Veränderung oder Transformation aufzeigt.

Darüber hinaus verkörpert die Protagonist*in – und insbesondere das, was die Protagonist*in lernt – das Thema der Geschichte.

Da der Protagonist im Großen und Ganzen eine ziemlich wichtige Figur in einer Geschichte ist, gibt es einiges zu diesem Archetyp zu sagen, so dass dieser Beitrag ziemlich lang ausfallen wird. Darin werden wir einige Fragen beantworten:

  • Ist die Protagonist*in zwangsläufig die interessanteste Figur in der Geschichte?
  • Was sind die wichtigsten Aspekte der Protagonist*in?
  • Was hat es mit der Transformation oder der Lernkurve auf sich?

(mehr …)

VR und Storytelling – die emotionale Reise durch die Brille eines Publikums

Die Virtual Reality-Technologie (VR) hat faszinierende Auswirkungen auf das Geschichtenerzählen.

Foto von NeONBRAND auf Unsplash

VR-Zuschauer*innen tragen eine spezielle Brille und finden sich in einem virtuellen Holodeck wieder, das von zwei diagonal gegenüberliegenden kleinen Boxen erzeugt wird, die Laser im rechten Winkel auswerfen. Der Betrachter kann sich innerhalb dieses künstlichen Raumes bewegen, der die Bühne für eine Geschichte sein könnte. Die Brille zeigt dem Betrachter das geladene Programm, ähnlich wie bei Matrix. Die 360°-Ansicht entstand ganz konventionell, indem man einen Ort in alle Richtungen aufnahm, die Kamera in der Mitte, nach außen gerichtet und umlaufend geschwenkt hat.

So weit, so gut. Es wird interessanter, wenn solche virtuellen Orte mit Menschen besetzt sind.  (mehr …)

Liebe deinen Schreibprozess – von Amos Ponger

Ein Bekenntnis zum transformativen Geschichtenerzählen

Amos Ponger, aufgewachsen in Jerusalem und Berlin, arbeitet seit über 20 Jahren als preisgekrönter Film-Editor, Autor und Story-Berater. Er studierte Schnitt, Filmwissenschaften, Kulturwissenschaften, Kunstgeschichte und multidisziplinäre Kunstwissenschaften an der FU Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Universität Tel Aviv. Er hat einen Master der Steve Tisch School of Film an der Universität Tel Aviv erworben und unterrichtete Schnitt an zwei israelischen Filmakademien. Außerdem ist er Mitbegründer des Story-Consulting-Dienstes Mrs Wulf sowie Senior-Berater des Story-Entwicklungs-Tools Beemgee.com.

Der transformative Prozess der Gestaltung einer Geschichte

Wir alle wissen, dass die Entstehung einer großen Geschichte ein Prozess ist, der manchmal viele Monate und sogar Jahre dauern kann.

Wenn du mit professionellen Autoren sprichst, werden sie wahrscheinlich sagen, dass sie eine komplexe Beziehung zu ihrem Schreibprozess haben. Dass er mit großen Dilemmas, Angst und Freude, Leid und Aufregung verbunden ist. Und dass diese selbstreflexiven Prozesse auch Prozesse der Selbsterforschung sind.

Doch neigen viele Schriftsteller, Drehbuchautoren und Filmemacher dazu, sehr viel Energie in ihre externe Reise zu investieren, um ihre Geschichte zu vollenden. Sie konzentrieren sich auf Drama, Aktstruktur und „Cliff hanging“ und vernachlässigen dabei häufig die internen Prozesse ihrer eigenen Reise.

Was vielen Film-Editoren und Lektoren bei der Arbeit mit Regisseuren und Autoren auffällt, ist, dass diese in der Regel einen sehr starken Antrieb haben. Sie können Monate in schreibender Einsamkeit verbringen, filmen in Hitze und Kälte, Stürmen und Kriegsgebieten, begeben sich vielleicht sogar in Gefahr, um ihre künstlerische Vision zu verwirklichen. Doch gleichzeitig weisen sie oft eine bemerkenswerte Unfähigkeit auf, zu erklären, warum sie genau das tun MÜSSEN, und können dies nur sehr vage ausdrücken.  (mehr …)

Besser Schreiben – Workshop in Karlsruhe am 1.12.2018

Bücherbüffet-Pop-Up-Laden in der Kaiserstrasse 58-60, Karlsruhe. 12:00 bis 17:00

Struktur ⇒ Emotion ⇒ Erlebnis: Strukturierte Gefühle – die emotionale Reise der Leser*in

Wie die narrative Struktur Ihre Story zum Lese-Erlebnis macht: Geschichten zum Mitfiebern. 

Was genau ist eine Geschichte?(mehr …)

Storytelling, um Gutes zu tun

Gemeinnützige Organisationen und Geschichten.

Beemgee ist zunehmend mit gemeinnützigen Organisationen und Non-Profits involviert und unterstützt sie bei ihren Bemühungen, ihre Geschichten zu erzählen. Storytelling eignet sich hervorragend für die Kommunikation von Organisationen, die Menschen in Not helfen oder das Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten schärfen wollen. Für FundraisingBox haben wir eine Einführung in die Prinzipien des Geschichtenerzählens geschrieben. 

Wie Erzählstruktur Ihre Story zu einem Erlebnis mit Happy End macht

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DEIN PERFEKTER PLOT – Antje Tresp-Welte ist die Gewinnerin der gemeinsamen Challenge von BoD und Beemgee.

Sie gibt in ihrem Blogbeitrag freimütig Einblick in ihren Schreibprozess und ihre Erfahrungen mit Beemgee.

Kurz war kinderleicht

Wenn mich etwas packt, spinne ich eine Geschichte daraus. Bis vor einigen Jahren waren es überwiegend Märchen, Kurzgeschichten für Erwachsene, Lyrik und Vorlesegeschichten für jüngere Kinder, die zum Teil in Zeitschriften veröffentlicht worden sind. Meine Geschichte um eine Brillenschlange, die ständig geärgert wird, wurde sogar ein kleines Buch: „Charlotte und der blaue Schleicher“. Für all diese Geschichten habe ich allenfalls ein paar wenige Gedanken zur Planung skizziert und sie danach relativ rasch ausformuliert.

Inzwischen faszinieren mich auch Buchprojekte. Aktuell sind es Krimis und auch Fantasy für Kinder ab 8 bzw. 10 Jahren.

Lang braucht langen Atem …

Während eines Nordseeurlaubs kam mir die Idee zu meinem ersten Krimi. Darin rettet der Protagonist, ein elfjähriger, sehr phantasievoller Junge mit einer Vorliebe fürs Zeichnen nicht nur die Teestube seiner Oma vor dem Abriss, sondern wird auch noch in eine mysteriöse Geschichte um einen längst verstorbenen Piraten verwickelt. Die Ursprungsidee hatte ich auf einem Autorenseminar zum Plot weiterentwickelt. Ich fand das Thema so toll, dass ich es gar nicht erwarten konnte, mit dem Schreiben zu beginnen. Zuvor machte ich mir Notizen zu den einzelnen Figuren und überlegte wichtige Eckpfeiler der Handlung mit Hilfe der Heldenreise. Schwungvoll legte ich los und konnte bald meinem Sohn die ersten Kapitel vorlesen. Leider war sein Kommentar: „Mama, das ist viel zu lang!“

… und heißt nicht langatmig!

Meine beiden Testleser kamen zu einem ähnlichen Ergebnis und auch ich hatte bereits gemerkt, dass es irgendwie „knarzte“, ich nicht so richtig zum Punkt kam. Lag es an meiner Vorplanung? War die zu wenig detailliert? Ich kniete mich in den Text, kürzte Passagen, strich einzelne Figuren und arbeitete dafür andere genauer aus. Dadurch veränderten sich ganze Handlungsstränge. Gleichzeitig bekam meine Geschichte mehr (Erzähl-)Tempo und ich fand eine mitreißende Sprache.  (mehr …)

Der letzte Schrei – von Katharina Gerwens

Der erste Roman, in dem steht, dass Beemgee unterstützen durfte.

Dies ist sicherlich nicht das erste Buch, bei dem unser Autorentool zum Einsatz kam. Aber es ist das erste Mal, dass eine Autorin uns in der Danksagung explizit erwähnt. Wir freuen uns und sagen, „Danke, Katharina!“

Der letzte Schrei

erschienen im Piper Verlag

 

 

 

 

Susanne Pfeiffer verstärkt seit kurzem das Beemgee-Team. Sie hat vorab für uns ihre langjährige Freundin Katharina Gerwens interviewt.

 

Beemgee: Glückwunsch, Katharina! Immer toll, wenn man sein Buch dann wirklich in Händen halten kann … DER LETZTE SCHREI ist Dein wievieltes Buch bei Piper?

Katharina: Mein elfter Regionalkrimi. Bald ist das Dutzend voll ….

Beemgee: Ich finde DER LETZTE SCHREI als Krimi-Titel richtig gut! Du neigst ja zu Mehrdeutigkeiten, und das kommt auch hier wieder gut zum Tragen. – Aber ich will auf ganz was anderes hinaus: Du kennst doch meine Marotte, jede Buchlektüre mit der Danksagung zu beginnen – und da taucht bei Dir, last but not least, BEEMGEE auf?! Wie das?

Katharina: Weil für mich jede Unterstützung erwähnenswert ist! Ich habe in meinem Umkreis so viele Menschen zu allem Möglichen befragt, und in diesen Gesprächen haben sich immer wieder neue Aspekte ergeben – da kann man schon mal danke sagen! DER LETZTE SCHREI ist übrigens das erste Buch, bei dem ich mit Beemgee gearbeitet habe – und das war mir eine große Hilfe. (mehr …)

Story-Struktur und Plot-Beats

Was meinen wir, wenn wir über die Struktur einer Geschichte sprechen?

Eine Geschichte ist eine komplexe Einheit, die viele miteinander verknüpfte Teile umfasst. Die Autor*in legt dem Material ein Organisationsprinzip auf. Das Ergebnis dieser Formung oder Formgebung des Materials ist die Story-Struktur, und diese verwandelt die Geschichte in eine Erzählung.

Bestimmte strukturelle Marker sind so explizit, dass das Publikum sie wahrnimmt, wie z.B. Kapitel in Romanen. Elisabethanische Stücke wie die von Shakespeare wurden typischerweise in fünf Akte unterteilt. Das Drehbuch eines Films wird in Akte, Sequenzen und Szenen unterteilt.

Beats

Es gibt allerdings Strukturen, die normalerweise nicht offensichtlich oder explizit gekennzeichnet werden. So kann beispielsweise eine Szene in Beats zerlegt werden – erkennbar nur durch die Momente, in denen sich die Stimmung oder Beziehung zwischen den Figuren ändert. Zwei Figuren führen ein Gespräch, Figur A sagt etwas, das Figur B anders reagieren lässt als wie A es erwartet hat – das ist ein Beat.  (mehr …)

Storylines – die Handlungsstränge eines Plots

Aus den Aktionen und Interaktionen der Figuren entsteht die Handlung.

Im Großen und Ganzen benötigen Sie mindestens zwei Figuren, um eine Handlung zu entwickeln. Vor allem wenn Sie dem Ensemble noch mehr Figuren hinzufügen, haben Sie die Möglichkeit, mehr als einen Handlungsstrang zu komponieren.

Die meisten Geschichten bestehen aus mehr als einem Handlungsstrang. Jeder dieser Handlungsabläufe ist eine in sich geschlossene Handlung, ein „Sub-“ oder Nebenplot.

In diesem Artikel:

  • Der zentrale Plot
  • Die Liebesgeschichte
  • Der B-Plot
  • Die Macht der Vier
  • Storylines und Plotstruktur

Der zentrale Plot

Oftmals gibt es einen zentralen Plot und mindestens einen Nebenplot. Die zentrale Handlung ist in der Regel die, die sich über die gesamte Erzählung erstreckt, vom Auftreten des externen Problems (dem Auslöser der Geschichte der Hauptfigur) bis zu seiner Lösung. Dies ist die Handlung, die im Vordergrund der Geschichte steht, auf ihrer offensichtlichsten, sichtbarsten und damit äußeren Ebene. So verfolgt beispielsweise die zentrale Handlung einer Kriminalgeschichte die Ereignisse, die mit der Lösung des Falles durch den Detektiv zu tun haben. In einer Abenteuergeschichte über die Suche nach einem Schatz ist die Ereigniskette von der ersten Erwähnung des Schatzes bis zur Platzierung an seinem Bestimmungsort die zentrale Handlung. Die zentrale Handlung ist oft die, die in einer Beschreibung der Geschichte zum Ausdruck kommt.

Die Liebesgeschichte (mehr …)

Die Logline: Ihr Kurzpitch mit sieben Infos in nur einem Satz

Die Logline ist wahrscheinlich der schwierigste Satz, den Sie schreiben müssen.

Die Logline fasst eine Geschichte in einem Satz zusammen. Dieser Satz sollte einprägsam und klar sein, was bedeutet, dass es unwahrscheinlich ist, dass er viel länger als dreißig Wörter sein wird oder eine komplexe Syntax hat.

Sobald Ihre Leser*innen Ihre Logline gelesen haben – oder Ihre Zuhörer*innen sie gehört haben -, werden sie idealerweise folgendes über Ihre Geschichte wissen:

  1.  Um wen es geht.
  2.  Was der zentrale Konflikt oder das Hauptproblem ist.
  3.  Was die wichtigsten Figuren in der Geschichte tun.
  4.  Warum sie es tun, d.h. was ihre Beweggründe sind.
  5.  Wie sie es tun.
  6.  In welcher Welt das alles passiert, d.h. was das Setting ist.
  7.  Wann es passiert, d.h. in welcher Zeit die Geschichte spielt.

Der erste dieser Punkte zählt sogar doppelt – denn in der Regel sollte die Logline nicht nur vermitteln, wer die Hauptprotagonist*in ist, sondern auch, welchem Antagonismus sie gegenübersteht.

Wofür ist die Logline?  (mehr …)

Die Werte bzw. die emotionale Haltung einer Figur

Values

Was folgt, ist eine Übung zur Figurenentwicklung. Dabei geht es nicht um größtmögliche Realitätsnähe in der Abbildung der menschlichen Psyche. Vielmehr soll die Differenzierung zwischen der emotionalen Haltung einer Figur und ihrer rationalen Einstellung ein weiteres Mittel aufzeigen, mit dem Autor*innen inneren Konflikt darstellen und Figuren Mehrdimensionalität verleihen.

Eine Figur in einer Geschichte hat Werte und Leidenschaften. Anders ausgedrückt, eine emotionale Haltung. Es ist dieses Bündel von Gefühlen, die aus der Figur einen Charakter machen.

Unter emotionaler Haltung verstehen wir Werte, die letztendlich der Ursprung der Überzeugungen oder des Glaubenssystems der Figur darstellen. Dies ist besonders wichtig, wenn man bedenkt, dass Geschichten oft in Konflikt stehende Wertvorstellungen zeigen, und das Thema der Geschichte eine dieser Wertvorstellungen als vorteilhaft gegenüber der anderen darstellen kann.

Eine bestimmte emotionale Haltung entsteht nicht im Vakuum. Geschichten zeigen Ursache und Wirkung, und die Werte der Charaktere sind da keine Ausnahme. Die emotionale Haltung eines Charakters hat Ursachen. Da es sich um Emotionen handelt, können sie schwer zu lokalisieren sein – und zugleich irgendwie offensichtlich.

Darüber hinaus sind Werte emotional und existieren daher, bevor sie artikuliert werden. Eine Figur wird sich einer Wertvorstellung in Form eines Glaubenssystems bewusst. Die Überzeugungen werden durch die Figur als Überzeugungen artikuliert und sind durch innere Werte bestimmt. In einigen Fällen können die erklärten Überzeugungen tatsächlich in Konflikt mit den tieferen Werten des Charakters stehen, deren sich der Charakter vielleicht nicht ganz bewusst ist. Werte neigen dazu, sich dem Individuum gegenüber richtig zu fühlen, obwohl sie für die Gemeinschaft oder Gesellschaft tatsächlich falsch sein können.

Die Werte einer Figur müssen für das Publikum plausibel sein, was z.B. erreicht werden kann, indem man den Figuren entsprechende soziale Hintergründe oder Ursprünge gibt und diese explizit benennt. In vielen Geschichten wird die Erziehung oder die Herkunft einer Figur erwähnt oder beschrieben, um ihre emotionale Haltung zu erklären.

Alternativ können Werte auch durch bestimmte Ereignisse in der Geschichte einer Figur entstehen, die als Vorgeschichte in der Erzählung vermittelt werden. Ein bestimmter Umstand, möglicherweise ein Trauma, führt dazu, dass die Figur eine bestimmte Art und Weise über das Leben und die Welt empfindet.

Historische Stoffe

In historischen Geschichten ist das zeitliche Setting besonders herausfordernd im Hinblick auf die emotionale Haltung der Charaktere. Viele beliebte historische Romane können zu Recht als anachronistisch bezeichnet werden, da sie Charaktere haben – vor allem weibliche Protagonistinnen – mit Werten und Überzeugungen, die nicht in die Zeit passen. Zum Beispiel: Im Mittelalter war das Aufkommen des Humanismus noch nicht eingetreten. Es gab noch keine Renaissance, keinen Descartes, keinen Kant, keine Französische Revolution und keine amerikanische Verfassung. Wo soll ein Charakter im Mittelalter Ideen, Werte und Überzeugungen herbekommen, die wir heute für selbstverständlich halten? Ideen über unveräußerliche Rechte wie Freiheit und Gleichheit oder Konzepte wie Individualismus. Früher hatten die Menschen andere Werte und Glaubenssysteme als heute, und es ist fast unmöglich, sich in ihre Lage zu versetzen. Historische Fiktion, die sich nicht zumindest implizit mit diesen herausfordernden Fragen beschäftigt, läuft Gefahr, eher klischeehaft und trivial zu wirken.

Was nicht bedeutet, dass triviale historische Geschichten nicht wahnsinnig unterhaltsam sein können, mit starker emotionaler Wirkung aufs Publikum. Es bedeutet einfach, dass eine Autor*in in der Regel eine gewisse Einstellung zu diesem Phänomen hat.

 

Vergleichen Sie nun die emotionale Haltung mit der rationalen Einstellung.


Schon im Autorentool? Wenn nicht, hier geht’s lang:

Zentraler Charakterzug und Kernemotion

In Geschichten sind die Emotionen der Figuren letztlich die Quellen ihres Handelns, denn die Motivationen basieren schlussendlich auf Emotion.

Die Bestimmung des emotionalen Kerns eines Charakters in einer Geschichte kann zu einem klareren Verständnis des Verhaltens dieses Charakters, d.h. seiner Handlungen, führen.

Was wir hier ansprechen, ist im Wesentlichen eine Prämisse für die Konzeption einer Geschichte. Wir haben an anderer Stelle angemerkt, dass, wenn man eine Gruppe von gegensätzlichen Charakteren in einem Raum – bzw. einer Story-Welt – platziert, eine Handlung aus den entstehenden Interessenkonflikten entstehen kann. Beim Entwerfen von Geschichten besteht ein Ansatz darin, die Kontraste zwischen den Figuren (ihre wesentlichen Charakterunterschiede) zu erzeugen, indem jedem Charakter ein wesentliches emotionales Element oder eine bestimmende Charaktereigenschaft gegeben wird. Eine Figur kann leichtfertig sein, eine andere ein Pfennigfuchser. Die eine mag ängstlich sein, die andere frech.

Nun könnte man einwenden: Ist das nicht etwas eindimensional? Sind Charaktere mit nur einer Kerneigenschaft nicht flach?

Nicht unbedingt. Sich auf ein zentrales, meist emotionales Thema pro Figur zu konzentrieren, ist kein billiger Trick. Es ist so alt wie das Geschichtenerzählen.

Klassische Beispiele (mehr …)

Charakter-Aktion als Wendepunkt der Handlung

Aktion ist Charakter, heißt es.

In diesem Beitrag betrachten wir:

  • Die zentrale Aktion als Wende – der Mittelpunkt (mit Beispielen)
  • Aktionen – was die Figur tut
  • Zögern
  • Bedarf und Not
  • Charakter und Archetyp

Die zentrale Aktion als Wende – der Mittelpunkt

Die Hauptfigur einer Geschichte hat wahrscheinlich eine Art Aufgabe zu erfüllen. Die Aufgabe ist im Allgemeinen das Verb zum Substantiv des Ziels – die Prinzessin retten, den Diamanten stehlen. Die Figur denkt, dass sie, wenn sie das Ziel erreicht, bekommt, was sie will, was in der Regel ein Zustand ist, der frei von einem Problem ist, das am Anfang der Geschichte auftritt.

Die Aktion ist also das, was die Figur tut, um das Ziel zu erreichen: die Prinzessin zu retten, den Diamanten zu stehlen. In vielen Fällen findet diese Aktion in einer zentralen Szene statt. Zentral nicht nur in der Bedeutung, sondern zentral im Sinne der Mitte.

Schauen wir uns einige Beispiele an:  (mehr …)

Was Autor*innen über Beemgee sagen

„Früher waren meine Figuren oft zweidimensionale Pappkameraden, Beemgee hilft mir, aus ihnen Menschen zu machen, die lieben, zweifeln, streiten und lachen, wenn man sie kitzelt.

Beemgees Tools zur Plot- und Charakter-Entwicklung sind für mich aber mehr als nur handwerkliche Hilfe – sie sind auch ein Ideentreiber: Wenn ich in einer Sackgasse stecke, gehe ich die Aspekte zur Story-Entwicklung durch; die Infos und Beispiele liefern verlässlich Inspiration.

Für mich ist Beemgee der Bus, den ich nehme, um von vagen Ideen zu runden Geschichten zu gelangen.“

„Beemgee ist ein super Tool!“

„Mir hat das Programm sehr dabei geholfen, meine Story zu strukturieren und die Charaktere auszuarbeiten. Ich habe mich beim Erarbeiten meiner Geschichte durch die angeleitete Charakterisierung dadurch mit Fragen befasst, die ich mir zu meinen Figuren so vorher nie gestellt habe. Ebenso erging es mir mit der Handlung, ich fand es ganz wunderbar, zwischenzeitlich eingeflatterte Ideen problemlos einbauen zu können, die Reihenfolge der Ereignisse unproblematisch umzusortieren und Bemerkungen bzw. Erinnerungsstützen anzulegen, damit keine logischen bzw. Abfolgefehler passieren.“

„Mein großes Kompliment, es ist wirklich ein sehr hilfreiches Tool zur Plotentwicklung.“

„Das Tool ist absolut empfehlenswert.“

„Ich hab mir mal die Testversion vun Beemgee angegeguckt und finde es ziemlich gut, weil man da bei der Hand genommen wird. Es ist sehr figurenlastig (ich liebe es!) und behandelt die Fragen, die mir persönlich auch sehr wichtig sind.“

„Absolut empfehlenswertes Tool. Übersichtlich und motivierend mit Spaßfaktor. Toll!“

„Eine Bereicherung. … Für mich persönlich eine immense Arbeitserleuchterung. Ich sitze hier sonst zuhause mit einem riesen Berg an Zetteln.“

„Ich bin wirklich beeindruckt vom mächtigen Werkzeug Beemgee.“ (mehr …)

Konflikt

Photo of two rams locking horns

Konflikt ist das Herzblut einer Geschichte.

Im wirklichen Leben wollen wir Konflikte generell vermeiden. Geschichten hingegen erfordern Konflikte. Diese Diskrepanz ist ein Indikator für den eigentlichen Zweck von Geschichten als eine Art Übungsplatz, ein Ort, an dem wir lernen, mit Konflikten umzugehen, ohne dass wir reale Konsequenzen erleiden müssen.

In diesem Beitrag werden wir uns ansehen:

  • Eine Analogie
  • Archetypischer Konflikt in Geschichten
  • Konflikt zwischen Figuren
  • Konflikt innerhalb eines Charakters
  • Der zentrale Konflikt

Neben Sprache (in irgendeiner Form, sei es als Text oder als Ausdruck eines Mediums, wie z.B. Film) und Bedeutung (vom Autor beabsichtigt bzw. vom Empfänger verstanden) bilden Charaktere und Handlung die Bestandteile einer Geschichte. Es ist unmöglich, eine Geschichte zu erstellen, die diese vier Komponenten nicht enthält – selbst wenn die Charaktere eindimensional sind und die Handlung keine Struktur hat. Es ist jedoch formal möglich, eine Geschichte konfliktfrei zu komponieren.

Sie wird nur nicht besonders interessant sein.

Im Hinblick auf die Erzählung wird Konflikt als eine Reihe von Konfrontationen von zunehmender Intensität dargestellt. Wenn es keine Konfrontationen gibt – keine Streitereien oder Gefechte, keine verbalen oder körperlichen Auseinandersetzungen – gibt es wenig, was die Aufmerksamkeit des Publikums fesseln könnte. Um Konfrontationen zu erzeugen, muss es zumindest einen Interessenkonflikt zwischen den Figuren geben.

Konflikt tritt nicht an bestimmten Stellen in einer Geschichte auf. Sie durchdringt das Ganze. Der Konflikt drückt die Werte aus, die durch das Thema der Geschichte transportiert werden. Er schafft mindestens zwei Wahlmöglichkeiten, die dem Protagonisten, insbesondere im Moment der Krise, bis zu einem gewissen Grad vernünftig und vertretbar erscheinen müssen.

Eine Analogie (mehr …)

Dialektisches Schreiben

Überlegungen zu einem dialektisch angeleiteten Schreiben, oder: Kann uns die Dialektik helfen, bessere Geschichten zu erzählen?

Gastbeitrag von Richard Sorg.

Prof. Dr. phil. Richard Sorg, Jahrgang 1940, ist Experte für Dialektik. Was ist das, und was hat sie mit meinem Roman zu tun? Nun, „Alle großen, bewegenden und überzeugenden Geschichten sind nicht denkbar ohne die zentrale Bedeutung der Widersprüche und Konflikte, welche die Antriebsenergie der Bewegung und Entwicklung darstellen.“ Damit sind wir mitten in der Dialektik. Und im Storytelling. 

Nach dem Studium der Theologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Philosophie in Tübingen, Westberlin, Zürich und Marburg lehrte Richard Sorg Soziologie in Wiesbaden und Hamburg. Sein Buch „Dialektisch denken“ erschien vor kurzem im PapyRossa Verlag. (Foto: Torsten Kollmer)
 

Ideen, die in sich ein Konflikt- oder Widerspruchspotential enthalten. 

Manchmal steht am Anfang eines Musikstücks, ja einer ganzen Oper ein einzelner, aber zentraler Akkord, der dann allmählich entfaltet wird, seine ihm innewohnenden Seiten, Harmonien und Dissonanzen aus sich, aus dem gewählten, mitunter unscheinbaren Anfang heraustreten lässt, eine dramatische, konfliktreiche Entwicklung durchläuft, so dass am Ende des Weges dieses einfachen Akkords nach seiner Entfaltung dann eine ganze, komplexe Geschichte entstanden ist. So verhält es sich z.B. mit dem sog. Tristan-Akkord zu Beginn von Richard Wagners Oper „Tristan und Isolde“, ein leitmotivischer Akkord, der mit einer irritierenden Dissonanz ausklingt.

Der Anfang einer Erzählung ist manchmal ein Einfall, eine Idee, von der man zunächst mal nicht ohne weiteres weiß, wie es weiter gehen soll. Aber manche solche Einfälle oder Anfänge tragen ein Potential in sich, das sich zu entfalten vermag und ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten in sich birgt. ‚Kandidaten‘ für entwicklungsfähige Anfänge sind – vergleichbar dem erwähnten dissonanten Tristan-Akkord – solche, die in sich ein Konflikt- oder Widerspruchspotential enthalten; es kann aber auch eine Ruhe sein, mit der die Sache eröffnet wird, eine Ruhe, die sich dann als trügerisch erweisen mag. Vergleichbares finden wir auch in manchen Dramen, etwa bei Bertolt Brecht.

Damit sind wir bereits mitten in der Dialektik.  (mehr …)

Die Vorstellung – wie stellt sich die Figur ihr Leben idealerweise vor?

Geschichten werden von Sehnsucht getrieben.

Um etwas zu erreichen, muss es eine aktuelle Position und ein Ziel geben. Geschichten beschreiben grundsätzlich einen Zustandswechsel – die Dinge sind am Ende der Geschichte anders als am Anfang. Daher hat eine Geschichte einen Ausgangs- und einen Endpunkt, eine Auflösung.

Aber das ist nicht genug. Es muss Treibstoff und Energie vorhanden sein, um die Bewegung zwischen der einen und der anderen Position anzutreiben. In Geschichten ist diese treibende Kraft die Motivation der Figuren.

Motivation ist so wichtig für das Erzählen von Geschichten, dass wir uns mit verschiedenen Aspekten befassen werden. Wir zerlegen es in das, was wir die Vorstellung, den Wunsch und das Ziel nennen, die alle miteinander verbunden, aber auch voneinander getrennt sind. Hier in diesem Beitrag werden wir uns um die Vorstellung kümmern.

Eine Vorstellung ist der Figur von Anfang an inhärent – so stellt sich diese Figur einen Idealzustand vor, so möchte sie leben. Wir könnten es einen Charakter-Wunsch nennen, im Gegensatz zu dem Wunsch, der die Handlung antreibt (mit dem wir uns später beschäftigen werden).

Beispiele: (mehr …)

Leipziger Buchmesse: Storytelling im Tischgespräch

Wir laden im Rahmen der Leipziger Autorenrunde ein zum Gespräch mit Co-Gründer Olaf Bryan Wielk. #lar18

Immer schicken wir unsere literarischen Helden irgendwie auf eine Reise – so, wie wir sie agie­ren lassen in Geschichten und Romanen. Und sie sollen unsere Leser dabei mitnehmen im doppelten Sinne: Im Idealfall reagiert der Rezipient vielschichtig emotional.

Auf formaler Ebene tauchen bei Geschichten bestimmte erzählerische Strukturen immer wieder auf, ganz unabhängig davon, welcher Zeit oder Kultur sie entstammen. Das kann dazu verleiten, solcherart archetypische Muster als Erfolgsrezept zu betrachten und den Fokus auf die äußere Form zu legen: was für Szenen in welcher Reihenfolge usw. Aber trotz höchster Akkuratesse und allen Geschicks trägt die Story am Ende nicht selten die schemenhaften Züge eines Konstrukts, und unsere Helden wirken in der einen oder anderen Szene wie Marionetten an Fäden dick wie Ankertaue.

Seinen Blickwinkel und damit Schwerpunkt zu wechseln, bringt eine sehr hilfreiche Dynamik. Nicht der Held ist der Nabel der Welt, nein – die Stationen seiner Reise sollten sich den (häufig unbewussten) Erwartungen der Leser unterordnen: nicht im Sinne von andienerndem Gefallen-Wollen, sondern mit Augenmerk auf emotionale Wirkung.

Gilt es zunächst schlicht, Aufmerksamkeit und Neugier zu wecken (womit wir uns noch auf überwiegend kopfgesteuertem Terrain bewegen), dein Job (und deine Macht!) als Autor ist: Lass es uns spüren und fühlen!

Welche Emotion in welchem Stadium der Geschichte idealerweise ausgelöst werde sollte (und wie!), darüber möchten wir gern ins (Tisch-)Gespräch kommen. Ob Thriller oder Romance, Fantasy oder Familienroman – die ideale emotionale Leserreise hat übertragbare Züge. Eine Story kann ganz nah an einer persönlichen Erfahrung sein – mit sogar physischen Reaktionen: da pocht das Herz und schlägt schneller.

Die Leipziger Autorenrunde ist die Autorenkonferenz am 17. März 2018, veranstaltet von der Leipziger Buchmesse mit 54 hochkarätigen Tischgesprächsrunden. leipziger-autorenrunde.de

Auch Magie braucht Struktur

Der Weg zum eigenen Buch ist schwer: Oft hapert es an einem roten Faden und glaubwürdigen Figuren – das Autoren-Tool Beemgee hilft.

von Barbara Weitzel in der Berliner Zeitung (mehr …)

Das Setting

„Wo spielt die Geschichte?“

Die Antwort liefert viele Hinweise auf die betreffende Geschichte. Denn die Frage nach dem „Wo“ umfasst eigentlich etwas mehr als nur den Schauplatz.

Im Film wird der Begriff „Location“ im Allgemeinen verwendet, um Szenen zu beschreiben, die im Freien statt auf einer Tonbühne oder im Studio gedreht werden. In diesem spezifischen Kontext wird das Wort „Setting“ oft verwendet als übergeordneter Begriff, der sich auf beide Arten von Filmaufnahmen bezieht, in Innenräumen in einer kontrollierten Umgebung und im Freien am Drehort.

Aber für Geschichten im Allgemeinen verweist das Konzept des Settings auf mehr. Lasst uns herausfinden, wie sich das Setting auf die folgenden Punkte bezieht:

  • Zeit
  • Genre
  • Story World – Die Welt der Geschichte
  • Prämisse

Zeit

Jede Star Wars-Geschichte erinnert uns an das Setting, bevor sie überhaupt beginnt: „Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis …“. Die berühmte „Es war einmal“-Eröffnung legt fest, dass es sich hier im Wesentlichen um ein Märchen mit Raumschiffen handelt.

„Mittelerde“ ist eine angemessene Antwort auf die obige Frage für den Herrn der Ringe. Man könnte versucht sein, zu erklären, dass dies ein fiktives Reich ist, vielleicht etwas darüber zu sagen, wie sich seine Technologie auf die tatsächliche Erdgeschichte bezieht, und vielleicht die Verbindung zur Midgard der nordischen Mythologie zu erwähnen.

Beide Beispiele enthalten also neben der Beschreibung des physischen Raums Hinweise und Assoziationen über die Zeit, in der die Ereignisse der Geschichte stattfinden.

Genre
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Online Autorenmesse

Die Romanschule Schreibfluss veranstaltet im November 2017 eine Messe im Netz.

Eine Woche lang geben 30 Experten, darunter Bestseller-Autoren wie Sebastian Fitzek und Iny Lorentz, wertvolle Hinweise über das Schreiben, Veröffentlichen und Vermarkten von Romanen.

Beemgee ist auch dabei. Am 7. November um 18:00 erzählen wir, wie du faszinierende Figuren für deine Geschichte schaffst, und weshalb sich das direkt auf deine Handlung auswirkt.

Details zum Kongress auf online-autorenmesse.de.

Am besten gleich zur Messe anmelden – einfach auf diesen Banner klicken:

Deine Helden – unsere Helden!

And the winner is …

Josi Schlichting hat die Jury mit ihrer Figur Mika überzeugt. Sie gewinnt ein Lektorat für ihren Roman und kann so lange Beemgee Premium nutzen wie sie will.

Die weiteren Gewinnerinnen sind:

– Capraibex mit ihrer Figur Catarina
– Alexandra Wirsch mit ihrer Figur Alvis Steiner
– Daria Valluga mit der Figur Nina Hardman
– Kerstin Hau mit der Figur Elsa

Wir gratulieren!

Gleichzeitig ein großes Dankeschön an BoD Books on Demand für die Idee für diesen einzigartigen Wettbewerb, und an die Akademie für Autoren für die Unterstützung in der Jury.

Foto: Schlichting


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